Verwaltungstipp Sommer: Praxisfehler - Was Recycling so schwierig macht

Nachfolgend einige Mythen zum Thema Mülltrennung und Recycling:

1. Der Joghurtbecher kann einfach in die Wertstofftonne/ den gelben Sack bzw. Tonne

Die meisten Kunststoffverpackungen für Milchwaren bestehen aus verschiedenen Materialien. Meist aus einem Kunststoffbecher und einem Aluminiumdeckel. Viele Hersteller haben inzwischen auch dünnere Kunststoffbecher mit einer Kartonage zur Stabilität außen herum. Wenn die Becher mit Karton und unabgetrenntem Deckel in der Tonne landen, wird nur ein Bestandteil im Sortierprozess erkannt. Die übrigen Bestandteile werden dann meist verbrannt. Daher immer die einzelnen Bestandteile abtrennen und dem richtigen Recyclingprozess zuführen.

2. Der Hausmeister entsorgt den Sperrmüll für mich

Im Müllhaus entsorgter Sperrmüll muss durch seine Sperrigkeit wieder aus der Mülltonne herausgeholt werden. Die Mülltonnen sind so ausgelegt, dass die Kapazität für alle Bewohner für den normalen Restmüll ausreicht. Falls die Gegenstände nicht innerhalb der Tonne (neben den Tonnen, vor dem Müllhaus, im Treppenhaus, Dachboden oder Keller) vorgefunden werden, werden diese erst einmal eingelagert und auf Kosten aller Bewohner dann nach Fristablauf entsorgt. Die meisten Städte und Gemeinden bieten einen kostenlosen Wertstoffhof für die Bürger an. Für die Hausmeistereien ist die Entsorgung selbst nicht kostenfrei. Der mutwillig abgestellte Sperrmüll muss also mehrmals bewegt werden, geht zu Lasten aller Mitbewohner und kostet auch in der Abgabe mehr als sonst.

Das Argument, dass man das nötige Fahrzeug nicht hat, ist nur eine Ausrede. Ihre Hausmeistereien bieten Ihnen zu kleinem Geld eine direkte Sperrmüllentsorgung an.

3. Plastik gehört in den gelben Sack/Tonne

Falsch! Der grüne Punkt gibt Auskunft über die richtige Entsorgung. Die Tonne ist hauptsächlich für Kunststoffverpackungen und Dosen. Das gehört beispielsweise in die Restmülltonne: Schreibtischunterlage, CDs/DVDs, Klarsichthüllen, Zahnbürsten, Kugelschreiber, Elektrogeräte. Die Trennhilfe von der-gruene-punkt finden Sie unten stehend.

https://www.gruener-punkt.de/fileadmin/layout/redaktion/Download/Der_Gruene_Punkt/Trennhilfe/2016/der-gruene-punkt-trennhilfe-web.jpg

4. Altglasbehälter sind für jedes Glas

Die Altglascontainer oder -tonnen sind wiederum für Verpackungs-Glas gedacht. Normale Trinkgläser, Aschenbecher, Vasen, Geschirr, Steinzeugflaschen und Flachglas würden das Altglas beim Schmelzvorgang verunreinigen und gehören daher zum Wertstoffhof. Verunreinigtes Glas führt bei der Herstellung zu Einschlüssen und Lunkern, sodass das fertige Produkt nochmals eingeschmolzen werden muss.

Bitte auch immer nach den Farben weiß, braun und grün trennen! Andersfarbiges Glas, das nicht zu vorgenannten Farben zuzuordnen ist, gehört zum Grünglas.

5. Kunststoffverpackungen vor der Entsorgung abspülen

Das ist nicht wirklich notwendig. Nur, falls man es zwecks Lagerung des Materials in der Wohnung oder Keller zur Geruchsminimierung tun möchte. Es genügt wenn die Becher "löffelrein" tropffrei sind. Im Recyclingprozess wird der Müll ohnehin gereinig.

6. Kein Fleisch in die Biotonne

Rechtlich gehört Fleisch zum Biomüll. Jedoch haben fast alle Kommunen in deren Entsorgungssatzungen ein entsprechendes Verbot integriert. Als Grund wird i. d. R. die Anziehung von sämtlichen Ungeziefern genannt. Im Zweifel beim zuständigen Entsorgungsamt melden.

7. Medikamente wegwerfen

Zum guten Service vieler Apotheken gehört auch die Rücknahme von abgelaufenen Medikamenten. Diese sind jedoch nicht zur Annahme verpflichtet. In diesem Fall können die Medikamtente über den Restmüll entsorgt werden. Dabei sollte auch die Trennung der Papierverpackung durchgeführt werden. Spritzen dürfen nur über geschützte Verpackungen in die Restmülltonne gegeben werden. Keinesfalls dürfen Medikamente über die Toilette oder Spüle entsorgt werden! Die Kläranlagen können die Bestandteile nicht abbauen. Somit gelangen gefährliche Stoffe in unser Grundwasser.