Untervermietung an Touristen

Auch das Landgericht Berlin bejahte einen fristlosen Kündigungsgrund, forderte aber zuvor eine Abmahnung. Wegen der Vermietung an Touristen darf nicht sofort gekündigt werden. Wenn ein Mieter seine Wohnung zum Beispiel über Airbnb oder ähnliche Portale anbietet, bedarf es vor einer Kündigung wegen unerlaubter Gebrauchsüberlassung erst einer erfolglosen Abmahnung. Ein Vermieter kann nach § 543 Abs. 3 Satz 2 BGB vor der fristlosen Kündigung nur dann von einer Abmahnung absehen, wenn diese offensichtlich keinen Sinn macht oder aber eine Interessenabwägung zu Lasten des Mieters ausgeht. Der öffentlich-rechtliche Verstoß gegen das Gesetz über das Verbot der Zweckentfremdung wirkt sich nicht auf die mietrechtliche Beurteilung aus.

Gericht: 

LG Berlin

Urteil vom: 

27.07.2016

Aktenzeichen: 

67 S 154/16

Urteile: 

Mietrecht